Was ist eine Infrarot Wandheizung?
Eine Infrarot Wandheizung ist ein flaches Heizpaneel, das wie ein Bild an der Wand montiert wird und den Raum über Wärmestrahlung beheizt. Statt Luft umzuwälzen, gibt die Oberfläche langwellige Infrarotstrahlung ab, die auf Wände, Böden, Möbel und Körper im Raum trifft und dort in spürbare Wärme umgewandelt wird. Das Ergebnis ist eine wohlige Wärme, die viele Nutzer mit dem Gefühl in der Sonne oder vor einem Kachelofen vergleichen.
Technisch handelt es sich um eine Elektrogebäudeheizung: Ein Heizleiter oder eine Carbon-Infrarot-Folie im Inneren des Paneels wandelt elektrischen Strom nahezu vollständig in Strahlung um. Vorne sitzt die Abstrahlfläche aus Metall, Glas, Keramik oder Naturstein, hinten eine Dämmung, die verhindert, dass Energie ungenutzt in die Wand geht. Die Geräte gibt es typischerweise von 200 bis 1.800 Watt, sowohl für die Wandmontage als auch als Standgerät oder für die Decke.
Wie funktioniert eine Infrarotheizung an der Wand?
Konventionelle Heizkörper arbeiten mit Konvektion: Sie erwärmen die Raumluft, die aufsteigt, an der Decke entlangzieht und an kalten Flächen wieder absinkt. Dabei entsteht eine deutliche Temperaturschichtung zwischen Kopf und Fuß, Staub wird aufgewirbelt und die Luft wird trocken.
Infrarotpaneele erwärmen nicht die Luft, sondern die Flächen. Die Wände speichern diese Wärme und geben sie langsam wieder ab, wodurch sich eine gleichmäßige Wärmeverteilung im gesamten Raum einstellt. Die maximale Abstrahlweite liegt bei etwa 3,5 Metern, die volle Wirkung entfaltet sich in einem Abstand von zwei bis drei Metern. Nach acht bis zehn Minuten ist die Oberfläche auf Betriebstemperatur, es gibt also keine lange Aufheizphase wie bei einer trägen Flächenheizung. Weil das Raumklima weniger trocken bleibt und kein Staub zirkuliert, empfinden viele Allergiker und Asthmatiker diese Art zu heizen als angenehmer.
Wandheizungssysteme im Vergleich
Der Begriff Wandheizung meint nicht automatisch Infrarot. Grundsätzlich wird zwischen wassergeführten und elektrischen Systemen unterschieden, einige davon lassen sich im Sommer auch zur Kühlung nutzen.
Wassergeführte Wandheizung
Eine Weiterentwicklung der Fußbodenheizung: Rohre oder Kapillarrohrmatten aus Kupfer, Metall oder Kunststoff werden auf die Wand gebracht und eingeputzt oder hinter Trockenbauplatten verlegt. Der Rohrabstand liegt je nach Position zwischen 5 und 20 Zentimetern. Man unterscheidet Registersysteme mit Vor- und Rücklaufrohr sowie günstigere Endlosrohrsysteme. Das System ist leistungsfähig, aber nur mit erheblichem baulichem Aufwand nachrüstbar.
Heizleisten und Sockelheizleisten
Hier verlaufen Rohre am Sockel der Wand. Warme Luft steigt außen an der Wandfläche empor und erwärmt sie. Das System arbeitet überwiegend mit Konvektion und ist wegen der einfachen Nachrüstbarkeit in der Altbausanierung beliebt.
Hypokaustensystem
Ein Prinzip aus der Antike: In Hohlräumen der Wand wird Luft unten erwärmt, steigt auf, gibt die Wärme an die Wand ab und sinkt wieder ab. Moderne Hypokausten arbeiten mit großen Flächen und niedrigen Oberflächentemperaturen um 30 Grad.
Elektrische Heizmatte in der Wand
Eine dünne Matte wird auf oder unter Putz aufgebracht. Der Strom erwärmt die Leiter, die Wärme geht in die Wandfläche. Nachrüstbar, aber immer mit einem Eingriff in den Wandaufbau verbunden.
Elektrische Infrarot Wandheizung
Das Paneel wird außen an die Wand montiert und ist damit ohne Stemmarbeiten nachrüstbar. Es benötigt lediglich eine Steckdose oder einen Festanschluss. Diese Variante ist der Grund, weshalb die Infrarot-Wandheizung sowohl im Neubau als auch im Bestand so verbreitet ist.
Vorteile der Infrarot Wandheizung auf einen Blick
- Kinderleichte Montage an der Wand, im einfachsten Fall Aufhängen und Schukostecker einstecken
- Keine Staub- und Schmutzaufwirbelung, angenehmeres Raumklima und weniger trockene Raumluft
- Gleichmäßige Wärmeverteilung ohne Temperaturschichtung
- Schnelle und angenehme Wärme nach 8 bis 10 Minuten
- Trocknet feuchte Wandflächen und beugt damit Schimmel aktiv vor
- Nahezu wartungsfrei, keine Umwälzpumpe, kein Schornsteinfeger, kein Wasser im System
- Lange Lebensdauer, hochwertige Geräte erreichen mehrere Jahrzehnte
- Sehr geringe Anschaffung im Vergleich zu wassergeführten Systemen
- Große Designfreiheit: dekorative Wandheizung als Spiegel, als Bild mit eigenem Motiv, als Tafel oder aus Naturstein
- Gradgenaue Regelung über programmierbare oder smarte Temperaturregler
- Kombinierbar mit einer Photovoltaikanlage und damit mit selbst erzeugtem Strom
Infrarot Wandheizung gegen kalte Außenwände und Schimmel
Schimmel entsteht dort, wo warme, feuchte Luft auf eine kalte Fläche trifft und kondensiert. Genau dieses Muster erzeugen Konvektionsheizungen: Sie machen die Luft wärmer als die Wand. Eine Strahlungsheizung dreht das Verhältnis um. Sie erwärmt die Wandoberfläche direkt, hebt deren Temperatur über den Taupunkt und trocknet vorhandene Feuchtigkeit aus dem Baustoff.
Für kalte Außenwände heißt das in der Praxis: Montieren Sie das Paneel möglichst an einer Innenwand und richten Sie es auf die zu trocknende Außenwand aus. Beachten Sie dabei die Abstrahlweite von 3,5 Metern. Ist der Abstand größer, kann das Gerät auch direkt an der Außenwand montiert werden, denn auf der Rückseite entsteht Konvektionswärme, die die Wand ebenfalls temperiert. Ein wirksamer Wärmeschutz ersetzt das nicht, aber bei punktuellen Feuchteproblemen ist es ein sehr wirkungsvolles Mittel.
Welche Heizleistung braucht die Wandheizung?
Die benötigte Watt Leistung ergibt sich aus Raumgröße, Dämmstandard, Raumhöhe und Anzahl der Außenwände. Als erste Orientierung für die Dimensionierung gelten diese Richtwerte:
- Neubau nach aktuellem Standard: etwa 30 bis 50 Watt pro Quadratmeter
- Sanierte oder gut gedämmte Bestandsgebäude: etwa 70 Watt pro Quadratmeter
- Wenig gedämmter Altbau: 100 Watt pro Quadratmeter und mehr
- Badezimmer: rund 20 Prozent Aufschlag, da Fliesen die Speicherfähigkeit der Wandflächen verändern
Anzahl der Paneele richtig wählen
Ebenso wichtig wie die Gesamtleistung ist die Verteilung. Weil ein Paneel maximal 3,5 Meter weit strahlt, bleiben Ecken in großen oder verwinkelten Räumen sonst kalt. Zwei Geräte mit je 600 Watt beheizen einen 16-Quadratmeter-Raum gleichmäßiger als ein einzelnes mit 1.200 Watt. Für die exakte Auslegung nutzen Sie am besten unseren Ratgeber, um die Heizlast für Ihren Raum zu berechnen.
Bauarten und Materialien
Infrarotheizkörper unterscheiden sich vor allem im Design, nicht grundlegend in der Physik. Jede geeignete Oberfläche kann Infrarot-C-Strahlung abgeben, die Unterschiede sind gering. Relevant ist die Speicherfähigkeit: Eine Steinheizung braucht länger zum Aufheizen, gibt die Wärme danach aber deutlich länger ab. Metall und Glas reagieren schneller.
- Metallfront: der Klassiker, schlank, meist weiß, verschmilzt optisch mit der Wand
- Glasheizung: hochwertige Optik, auch als Spiegelheizung fürs Badezimmer
- Naturstein: hohe Speichermasse, gleichmäßigste Wärmeabgabe
- Bild Infrarotheizung: bedruckte Bildheizungen, auf Wunsch mit eigenem Motiv
- Mit Handtuchhalter: die Wandheizung aus Metall mit ein oder zwei Bügeln trocknet Handtücher und spart im Bad Platz
Das gesamte Sortiment mit allen Wattklassen und Rahmenfarben finden Sie in unserer Kategorie Infrarot Wandheizungen für die Wandmontage, ein bewährtes Einstiegsmodell ist die Infrarot Wandheizung mit 400 Watt für kleine Räume.
Montage an der Wand: Checkliste
- Bevorzugt an einer Innenwand befestigen und auf die Außenwand ausrichten, so wird die kühle Fläche mit erwärmt und Feuchtigkeit getrocknet
- Maximale Abstrahlweite von 3,5 Metern bei der Positionierung berücksichtigen
- Für Fußwärme das Heizpaneel etwa 20 cm über dem Boden montieren
- Nicht hinter Möbeln, Vorhängen oder Türblättern platzieren
- Im Badezimmer die Schutzklasse beachten und die Installation von einer Fachkraft ausführen lassen
- Schrauben und Dübel liegen bei, die Montage einer Infrarotheizung dauert in der Regel wenige Minuten
Ob im Einzelfall die Wand oder die Decke der bessere Ort ist, hängt von Raumhöhe und Möblierung ab. Diese Frage behandeln wir ausführlich im Vergleich Wandmontage oder Deckenmontage einer Infrarotheizung.
Steuerung: das passende Thermostat
Die Regelung entscheidet über die laufenden Kosten. Ein einfacher Regler hält nur eine Zieltemperatur, ein programmierbares oder smartes Modell heizt nur dann, wenn der Raum genutzt wird. Drei Varianten sind gebräuchlich:
- Fester Thermostat: Unterputzdose an der Wand, Kabelverbindung zum Gerät, Empfänger bereits integriert
- Funkthermostat: Ein Empfänger wird zwischen Zuleitung und Heizung gesetzt und per Funk angesteuert, ideal wenn keine passende Leitung liegt
- Steckdosenthermostat: die einfachste Lösung, wird eingesteckt und die Heizung daran angeschlossen
Ein Smart Thermostat mit Wochenprogramm senkt den Stromverbrauch spürbar, weil die Heizung morgens im Bad pünktlich läuft und tagsüber ausbleibt, statt durchgehend Energie zu ziehen.
Kosten und Stromverbrauch
Ein einfaches Wandpaneel aus Stahl mit 200 Watt und den Maßen 60×30 cm ist ab rund 169 Euro erhältlich. Nach oben ist die Spanne offen, denn Sonderausführungen mit Spiegel, Bildmotiv, Beleuchtung oder Naturstein liegen deutlich darüber. Die Kosten einer Infrarotheizung im Betrieb berechnen Sie über Leistung mal Heizstunden mal Arbeitspreis: 600 Watt über acht Stunden ergeben 4,8 kWh, bei 37 Cent pro Kilowattstunde also 1,78 Euro am Tag. Weil der Temperaturregler taktet, liegt der reale Wert meist bei 40 bis 60 Prozent davon. Details und komplette Jahresrechnungen finden Sie im Ratgeber dazu, wie viel Strom eine Infrarotheizung verbraucht.
Wirtschaftlich ist der Einsatz vor allem in gut gedämmten Räumen, bei zeitweiser Nutzung und zur Unterstützung eines bestehenden Heizsystems als Zusatzheizung. In sanierten Objekten und Niedrigenergiehäusern kann die Infrarotheizung als Hauptheizung arbeiten, in einem ungedämmten Altbau mit ganztägigem Heizbedarf sollten Sie vorher rechnen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Qualität zeigt sich an Details, die man von außen nicht sieht: an der Güte der Infrarot-Heizfolie, an der rückseitigen Isolierung, die möglichst viel Strahlung nach vorne lenkt, und an der Verarbeitung der Anschlussteile. Wir geben mindestens 5 Jahre Garantie, weil hochwertige Heizelemente verbaut sind. Günstige Anbieter beschränken sich meist auf zwei Jahre. Achten Sie außerdem auf Prüfzeichen wie TÜV oder GS und auf Fertigung Made in Germany, da hier höhere Standards für Herstellung und Verarbeitung gelten. Alle Geräte verfügen über einen Überhitzungsschutz. Die Oberfläche wird im Betrieb 80 bis 100 Grad heiß, was bei Kleinkindern bei der Wahl des Montageorts zu berücksichtigen ist. Eine Übersicht der Marken finden Sie bei den Herstellern von Infrarotheizungen in Deutschland.
Erfahrungen und Tests
Unabhängige Tests von Stiftung Warentest oder Ökotest zu Wandheizungen mit Infrarot gibt es bislang nicht. Es existieren jedoch wissenschaftliche Studien zum Heizen mit Infrarot, die den Zusammenhang von Strahlungswärme, empfundener Temperatur und Verbrauch untersuchen. Nutzerberichte in Fachforen für Heimwerker und Energie sind eine gute Ergänzung, dort werden häufig Verbrauchsprotokolle über ganze Heizperioden geteilt.
Sie sind unsicher, welche Infrarot Wandheizung zu Ihrem Raum passt? Wir beraten Sie persönlich unter 07151 903 94 31, Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr.