Infrarotheizung Kosten: Anschaffung, Betrieb und Rechenbeispiele

Was kostet eine Infrarotheizung? Die Kosten im Überblick

Die Kosten einer Infrarotheizung setzen sich aus drei Blöcken zusammen: der Anschaffung inklusive Montage, den laufenden Stromkosten und den Wartungskosten. Der erste Block ist bei dieser Form der Gebäudeheizung so niedrig wie bei kaum einem anderen Heizsystem, der zweite hängt fast vollständig von Dämmung, Nutzungsverhalten und Strompreis ab, der dritte entfällt praktisch komplett.

  • Anschaffung: 300 bis 1.200 Euro pro Heizpaneel, je nach Watt Leistung, Material und Ausführung
  • Anschaffung Wohnung (rund 85 m²): 3.000 bis 7.000 Euro für alle Räume inklusive Steuerung
  • Anschaffung Haus: 6.000 bis 12.000 Euro
  • Betriebskosten: je nach Wärmebedarf, Heizstunden und Arbeitspreis, im Rechenbeispiel unten rund 1.500 Euro pro Jahr für 86 m²
  • Wartungskosten: 0 Euro, es gibt keine beweglichen Teile, keinen Schornsteinfeger und keine jährliche Prüfung

Alle folgenden Berechnungen sind Richtwerte zur Veranschaulichung. Für eine belastbare Aussage zu Ihrem Objekt ist eine Heizlast pro Raum zu berechnen. Ein Teil der Beispiele stammt von unserem Partnerportal energieforum-hessen.de, einem unabhängigen Forum zu effizienter Energienutzung.

Anschaffungskosten einer Infrarotheizung

Kein anderes Heizsystem startet mit so geringen Anschaffungskosten. Es müssen keine Rohre verlegt, kein Heizraum gebaut und keine Abgasanlage errichtet werden. Ein Paneel wird an die Wand montiert oder unter der Decke befestigt und über eine vorhandene Steckdose oder einen festen Anschluss mit dem Stromnetz verbunden. Nur in Einzelfällen muss ein Elektriker die Stromleitungen an die Leistung der neuen Infrarotheizung anpassen, etwa wenn mehrere Heizkörper an einem alten Stromkreis hängen.

Der Preis für ein einzelnes Gerät liegt je nach Modell und Leistung zwischen 300 und 1.200 Euro. Preisbestimmend sind die Wattleistung, die Oberfläche (Metall, Glas, Keramik oder Naturstein) und Sonderausführungen wie Spiegel, Bildmotiv oder integrierte Handtuchhalter. Für das folgende Beispiel wurde unsere Klassik Premium Serie aus Naturstein zugrunde gelegt. Eine ausführliche Übersicht aller Modelle mit Preisen finden Sie im Ratgeber zu den Preisen von Infrarotheizungen nach Wattklassen.

So ergeben sich für die komplette Ausstattung im Durchschnitt folgende Kosten für eine Infrarotheizung:

  • Wohnung: 3.000 bis 7.000 Euro
  • Einfamilienhaus: 6.000 bis 12.000 Euro

Zum Vergleich: Eine Wärmepumpe liegt inklusive Erschließung und hydraulischem Abgleich meist bei rund 20.000 Euro, eine neue Gasheizung mit Verteilnetz im Bestand bei einem Vielfachen der Kosten von Infrarotpaneelen. Vor allem im Neubau und in gut gedämmten Objekten finden Sie beim Kauf einer Heizung kaum eine günstigere Einstiegslösung.

Rechenbeispiel: Anschaffung in einer 86-m²-Wohnung

Familie M. tauscht in ihrer 4-Zimmer-Eigentumswohnung eine unwirtschaftliche Nachtspeicherheizung gegen Infrarotpaneele. Die Anschaffungskosten verteilen sich so:

RaumGrößeHeizelementePreis ca.
Wohnzimmer28 m²2 Stück 120×601.000 Euro
Schlafzimmer12 m²1 Stück 110×60450 Euro
Kinderzimmer 115 m²1 Stück 120×60500 Euro
Kinderzimmer 215 m²1 Stück 120×60500 Euro
Bad (Spiegel)10 m²1 Stück 90×60450 Euro
Flur6 m²1 Stück 70×60350 Euro
Steuerung 11 Temperaturregler350 Euro
Gesamtsumme  3.600 Euro

Stromverbrauch und Betriebskosten berechnen

Die häufigste Frage lautet: Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung im Jahr? Der Verbrauch einer Infrarotheizung ist keine Produkteigenschaft, sondern das Ergebnis Ihres Heizenergiebedarfs. Entscheidend sind die Wärmedämmung von Außenwand, Dach und Kellerdecke, die Fensterqualität, die Raumhöhe, die Ausrichtung des Gebäudes und vor allem, wie viele Stunden pro Tag Sie tatsächlich heizen. Zwei baugleiche Wohnungen können sich im Endenergieverbrauch um den Faktor zwei unterscheiden.

Die Formel für die Stromkosten

Um die Kosten zu berechnen, brauchen Sie nur drei Werte:

Leistung in Watt ÷ 1.000 x Heizstunden x Arbeitspreis in Euro pro Kilowattstunde = Stromkosten

Ein Paneel mit 600 Watt Leistung, das acht Stunden am Tag läuft, verbraucht 4,8 kWh. Bei einem Haushaltsstrompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde (BDEW-Durchschnitt 2026) sind das 1,78 Euro pro Tag. Wichtig: Ein Temperaturregler taktet das Gerät, sobald die Zieltemperatur erreicht ist. In der Praxis liegt die tatsächliche Einschaltdauer deshalb meist bei 40 bis 60 Prozent der angesetzten Heizstunden. Rechnen Sie einmal mit Volllast als Obergrenze und einmal mit 50 Prozent als realistischem Wert, dann haben Sie den Korridor Ihrer laufenden Kosten.

Wie viel Watt pro Quadratmeter braucht eine Infrarotheizung?

Als Richtwert für die Auslegung gilt:

  • Neubau und Passivhaus: 30 Watt pro Quadratmeter
  • Sanierter Altbau, gut gedämmt: 60 bis 80 Watt pro Quadratmeter
  • Ungedämmter Altbau: 100 Watt pro Quadratmeter und mehr
  • Badezimmer: Aufschlag von etwa 20 Prozent wegen der gefliesten Flächen

Für 20 m² Wohnfläche in einem normal gedämmten Objekt landen Sie damit bei etwa 1.400 bis 1.600 Watt, also zwei Paneelen. Wer den genauen Wert für seine Raumgröße ermitteln will, nutzt unseren Ratgeber zur Wärmebedarfsberechnung. Zu hoch dimensionierte Geräte verbrauchen übrigens nicht automatisch mehr Strom, weil der Thermostat früher abschaltet, sie erhöhen aber die Anschaffung unnötig.

Rechenbeispiel: Betriebskosten für 86 m²

Dieses Beispiel geht bewusst konservativ von acht Stunden Betriebsdauer und 180 Heiztagen für jeden Raum aus. Für einen Zweipersonenhaushalt, in dem tagsüber niemand zu Hause ist, fallen die Werte deutlich niedriger aus. Grundlage sind 37 Cent pro Kilowattstunde.

RaumAufnahme pro StundeAufnahme pro TagKosten pro TagKosten pro Heizperiode
Wohnzimmer1,4 kWh11,20 kWh4,14 Euro745,92 Euro
Schlafzimmer0,6 kWh4,80 kWh1,78 Euro319,68 Euro
Kinderzimmer 10,7 kWh5,60 kWh2,07 Euro372,96 Euro
Kinderzimmer 20,7 kWh5,60 kWh2,07 Euro372,96 Euro
Bad (Spiegel)0,5 kWh4,00 kWh1,48 Euro266,40 Euro
Flur0,4 kWh3,20 kWh1,18 Euro213,12 Euro
Gesamtsumme   2.291,04 Euro

Das ist die Obergrenze bei durchgehendem Betrieb aller Räume. Mit realistischer Taktung über den Temperaturregler und abgesenkten Nebenräumen liegt der Wert in der Praxis bei rund 1.400 bis 1.600 Euro pro Jahr. Gegenüber der zuvor betriebenen Nachtspeicherheizung sank der Verbrauch in diesem Objekt um etwa 20 Prozent.

Weitere Rechenbeispiele aus der Praxis

Die folgenden Zahlen stammen von Kunden, die ihr Heizsystem umgestellt haben. Auf Wunsch stellen wir den Kontakt zu unseren Referenzkunden her, damit Sie offene Fragen direkt klären können.

Einfamilienhaus: von der Elektroheizung auf Infrarot

Zwei Personen, ein Einfamilienhaus mit Infrarotheizung als Hauptheizung. In der Winterperiode 2007/2008 wurde noch mit vier Elektroheizungen à 2.500 Watt geheizt, also 10.000 Watt Anschlussleistung. Nach der Umstellung Ende 2008 arbeiteten acht Heizelemente mit im Schnitt 600 Watt, zusammen 4.800 Watt, jeweils mit eigenem Thermostat. Die installierte Leistung halbierte sich, ohne dass Komfort verloren ging.

Umstellung von Nachtspeicher auf Infrarot

  • Nachtspeicherofen 2005/2006: 20.500 kWh
  • Nachtspeicherofen 2006/2007: 21.100 kWh
  • Infrarot 2007/2008: 9.700 kWh
  • Infrarot 2008/2009: 10.750 kWh
  • Infrarot 2009/2010: 11.600 kWh

Der Kunde fasst es so zusammen: “Die Temperatureinstellung am Thermostat ist so zu wählen, dass die Lufttemperatur 18 bis 20 Grad erreicht. Das genügt.” Genau darin liegt der Kern: Weil die Strahlungswärme Wände, Böden und Personen direkt erwärmt und nicht die Luft, empfinden Bewohner bei niedrigerer Lufttemperatur die gleiche Behaglichkeit. Jedes eingesparte Grad senkt den Bedarf an elektrischer Energie spürbar.

Wartungskosten, Lebensdauer und Folgekosten

Bei einer Infrarotheizung fallen keine Wartungskosten an. Es gibt keine Umwälzpumpe, kein Wasser zum Nachfüllen, keine Anlage zu entlüften und keinen Schornsteinfeger zu bezahlen. Bei einer herkömmlichen Heizung summieren sich Wartung, Emissionsmessung und Reparaturen leicht auf einige hundert Euro pro Jahr.

Unsere Natursteinheizungen von Eurotherm haben 15 Jahre Garantie bei einer erwarteten Lebensdauer von 50 Jahren. Eine Gasheizung oder ein Öl-Brennwertgerät muss nach 20 bis 25 Jahren ersetzt werden. Über die gesamte Nutzungsdauer betrachtet verschiebt das die Bilanz deutlich zugunsten der Elektrogebäudeheizung, weil weder Ersatzinvestition noch Instandhaltung anfallen.

Infrarotheizung im Kostenvergleich mit Gas und Wärmepumpe

Beim Wirkungsgrad schneidet die Infrarotheizung gut ab: Nahezu der gesamte eingesetzte elektrische Strom wird in Wärmestrahlung umgewandelt, Verteilverluste über Rohrleitungen gibt es nicht. Der Unterschied liegt beim Energieträger. Erdgas kostet je nach Tarif deutlich weniger pro Kilowattstunde als Haushaltsstrom, dafür fallen bei der Gasheizung Anschaffung, Wartung, Schornsteinfeger, CO2-Preis auf fossile Energie und Verteilverluste an.

Eine Wärmepumpe erreicht rechnerisch die niedrigsten Verbrauchskosten pro Kilowattstunde Wärme, verlangt aber eine hohe Anfangsinvestition und einen dafür geeigneten Gebäudezustand. Die ehrliche Antwort lautet deshalb: In gut gedämmten Wohnungen, in Nebenräumen, in einzelnen Zimmern und überall dort, wo eine wassergeführte Anlage unverhältnismäßig teuer wäre, ist die Infrarotheizung wirtschaftlich. In einem ungedämmten Altbau mit hohem Wärmebedarf, der ganztägig beheizt wird, ist sie es nicht.

Deutlich verschiebt sich die Rechnung mit selbst erzeugtem Strom. Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, senkt den effektiven Arbeitspreis in den Übergangsmonaten erheblich und nutzt Erträge, die sonst zu geringer Vergütung ins Stromnetz gingen.

Gibt es eine Förderung für Infrarotheizungen?

Nein. Die staatliche Heizungsförderung richtet sich an Systeme, die überwiegend erneuerbare Energien nutzen. Eine reine Stromdirektheizung fällt nicht darunter, unabhängig von der Bauart. Förderfähig sind dagegen häufig die Maßnahmen drumherum: die Dämmung der Außenwand, neue Fenster oder eine Photovoltaikanlage. Genau diese Maßnahmen senken zugleich Ihre Betriebskosten für eine Infrarotheizung, sie sind also doppelt wirksam.

5 Tipps, mit denen Sie die Kosten Ihrer Infrarotheizung senken

  1. Programmierbare Thermostate einsetzen. Wochenprogramme und Absenkzeiten sind der größte Hebel überhaupt. Ein Smart Thermostat, das nur heizt, wenn ein Raum genutzt wird, spart mehr als jede Materialoptimierung.
  2. Richtig positionieren. Das Paneel braucht freie Sicht in den Raum. Vor Möbeln, hinter Vorhängen oder verstellt verpufft die Wärmestrahlung. Zwischen Gerät und Person sollten nicht mehr als zwei bis drei Meter liegen.
  3. Als Zusatzheizung planen. Die Infrarotheizung als Zusatzheizung in einzelnen Räumen ist meist wirtschaftlicher als der Vollausbau in einem schlecht gedämmten Gebäude.
  4. Mit eigenem Solarstrom betreiben. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzbezug.
  5. Pro Raum auslegen statt pauschal. Ein Schlafzimmer braucht andere Heizstunden als das Wohnzimmer. Wer jeden Raum einzeln berechnet, vermeidet überdimensionierte Geräte und unnötigen Verbrauch.

Wann lohnt sich eine Infrarotheizung wirtschaftlich?

Sinnvoll wird der Einsatz, wenn mindestens eine dieser Bedingungen erfüllt ist: Der Raum ist gut gedämmt, er wird nur zeitweise genutzt, eine wassergeführte Leitung wäre baulich aufwendig, oder es steht eigener Solarstrom zur Verfügung. In Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern übernimmt sie regelmäßig die Rolle der Hauptheizung, in Bestandsgebäuden meist die der punktuellen Ergänzung im Bad, Hobbyraum, Wintergarten oder Homeoffice.

Vor der Entscheidung empfehlen wir ein Vorgehen, das nichts kostet und viel Sicherheit bringt: Starten Sie mit einem einzigen Raum. Messen Sie den Verbrauch über eine Heizperiode mit einem Zwischenzähler und rechnen Sie das Ergebnis hoch. Danach wissen Sie für Ihr Gebäude belastbar, was der Betrieb kostet. Bei der Auslegung, der Auswahl zwischen Wand- und Deckenmontage und der Frage, ob ein Modell aus unserem Sortiment an Infrarotheizungen zu Ihrem Raum passt, unterstützen wir Sie gern telefonisch unter 07151 903 94 31. Wie die Technik dahinter arbeitet, erklären wir im Ratgeber zur Funktionsweise der Infrarotheizung, und wie hoch der Verbrauch je Wattklasse ausfällt, lesen Sie im Beitrag dazu, wie viel Strom eine Infrarotheizung verbraucht.